Wer vermutlich nur ein oder zwei Jahre bleibt, braucht vielleicht keine Küche, die millimetergenau für diese Wohnung geplant wurde.
Eine einfache gebrauchte Lösung, die Herd, Spüle und Arbeitsfläche liefert, kann völlig ausreichend sein.
Nicht jede Mietküche muss gleichzeitig ein Innenarchitekturprojekt werden.
Ich hätte bei einer Mietwohnung inzwischen lieber eine vorhandene durchschnittliche Küche als die perfekte Küche, die ich selbst kaufen muss.
Dann ist vielleicht die Arbeitsplatte nicht meine Lieblingsfarbe.
Dafür kann ich am ersten Abend einen Topf auf den Herd stellen und das Thema erst mal vergessen.
Eine leere Küche besteht nicht nur aus freien Wänden.
Wo liegen Wasseranschluss, Steckdosen und Herdanschluss? Wo kann die Spülmaschine hin? Welche Geräte brauchen welchen Platz?
Wer zuerst Schränke bestellt und danach die Anschlüsse entdeckt, plant möglicherweise zweimal.
Bei einer übernommenen Küche würde ich inzwischen ziemlich genau festhalten wollen, was eigentlich mitverkauft wird.
Schränke, Herd, Kühlschrank, Geschirrspüler?
Spätestens wenn ein Gerät ein Jahr später kaputtgeht, ist „das war irgendwie schon drin“ keine besonders hilfreiche Eigentumsbeschreibung.
Küchenschränke gekauft.
Arbeitsplatte gekauft.
Geräte gekauft.
Dann fehlt noch der Teil, in dem alles korrekt aufgebaut, ausgeschnitten, angeschlossen und tatsächlich benutzbar wird.
Der Warenkorb ist bei einer Küche erstaunlich selten die letzte Rechnung.
Eine eigene Küche hat den Vorteil, dass sie wirklich die eigene ist.
Der Geschirrspüler hat diesen Gedanken allerdings ebenfalls verstanden.
Wenn das eigene Gerät kaputtgeht, gehört nicht nur die Gestaltung, sondern meistens auch die nächste Rechnung zum Küchenbesitz.
„Küche vorhanden“ kann erstaunlich vieles bedeuten.
Komplette Einbauküche mit Geräten, zwei Schränke mit Spüle oder eine Küche, die vom Vormieter übernommen werden soll.
Drei zusätzliche Wörter im Exposé könnten bei Besichtigungen ziemlich viel Erwartungsmanagement übernehmen.
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